Was ist Magnesia?
Alles über den vielseitigen Rohstoff Magnesiumoxid

MAGNESIA ist einer­seits der Name unseres Unter­neh­mens: MAGNESIA GmbH. Ande­rer­seits ist Magne­sia die syn­ony­me Bezeich­nung einer mine­ra­li­schen Roh­stoff­ver­bin­dung, die eines unserer wich­tigs­ten Pro­duk­te ist, nämlich Magnesiumoxid.

Magne­sia, oder auch Magne­si­um­oxid (MgO), ist eine mine­ra­li­sche Ver­bin­dung, die durch ihre ein­zig­ar­ti­gen phy­si­ka­lisch-che­mi­schen Eigen­schaf­ten und breiten Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten in Medizin, Kos­me­tik, Lebens­mit­tel­tech­no­lo­gie sowie vielen tech­ni­schen Indus­trien über­zeugt. Magne­si­um­oxid besteht aus Magne­si­um (Mg²⁺) und Sau­er­stoff (O²⁻) und gehört zur Gruppe der Metall­oxi­de. Es tritt als weißes, kris­tal­li­nes Pulver auf und ist che­misch äußerst stabil. 

Wenn von Peri­klas die Rede ist, ist damit meist der Mine­ral­stein gemeint, der die Basis für die natür­li­che Her­stel­lung von Magne­si­um­oxid ist. Eine weitere, wich­ti­ge Quelle sind Gewäs­ser mit hohem Mine­ral­an­teil (u.a. das Tote Meer), aus denen Magne­si­um­chlo­rid gewon­nen und zu Magne­si­um­oxid wei­ter­ver­ar­bei­tet werden.

Auf einen Blick

Name: Magne­sia, Magne­si­um­oxid, gebrann­tes Magne­si­um, Magne­si­um usta

Sum­men­for­mel: MgO

Mole­ku­lar­ge­wicht: 40,304 g/mol

Mine­ral­stoff­ge­halt: 60 %

Ver­füg­bar in: Phar­ma­zeu­ti­scher Qua­li­tät, Lebens­mit­tel­qua­li­tät, tech­ni­scher Qualität

Min­dest­be­stell­men­ge: 20 kg

Gewinnung von Magnesiumoxid auf Basis von Gestein

Magne­si­um­oxid wird auf zwei Haupt­we­gen gewon­nen. Zum einen wird es aus natür­li­chen Vor­kom­men wie den Mine­ra­li­en Magne­sit, Dolomit oder sel­te­ner auch Peri­klas gewon­nen. Dieses Mine­ral­ge­stein wird in Berg­wer­ken abge­baut und anschlie­ßend gerei­nigt sowie auf­be­rei­tet. Ziel dieser Pro­duk­ti­ons­stu­fe ist, das Gestein als Aus­gangs­stoff für den Kal­zi­nie­rungs­pro­zess vorzubereiten.

Gewinnung von Magnesiumoxid auf Basis von Salzlake

Ein wei­te­rer Weg zur Her­stel­lung von Magne­si­um­oxid ist die Ver­wen­dung von Salz­was­ser als Aus­gangs­stoff. So wird bei­spiels­wei­se aus Meer­was­ser Magne­si­um­chlo­rid gewon­nen, das zu Magne­si­um­hy­dr­o­xid wei­ter­ver­ar­bei­tet wird. Durch den anschlie­ßen­den Kal­zi­nie­rungs­schritt ent­steht Magnesiumoxid.

Der Prozess der Kalzinierung von Magnesiumoxid

Im Prozess der Kal­zi­nie­rung werden bestimm­te Aus­gangs­stof­fe wie zum Bei­spiel Magne­sit (Magne­si­um­car­bo­nat), Dolomit (Calcium-Magne­si­um-Car­bo­nat) oder auch Meer­was­ser (Magne­si­um­hy­dr­o­xid) bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren erhitzt. Dadurch wird das gebun­de­ne Koh­len­di­oxid frei­ge­setzt und Magne­si­um­oxid gebil­det wird. Dieser Prozess beginnt bei – für indus­tri­el­le Stan­dards – mode­ra­ten Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 600 °C und 800 °C. In diesem Tem­pe­ra­tur­be­reich beginnt sich das gebun­de­ne Koh­len­di­oxid von der Mole­ku­lar­struk­tur zu lösen und frei­zu­set­zen. Diese Form des Magne­si­um­oxids aus dieser Stufe der Kal­zi­nie­rung ist beson­ders reaktiv und wird häufig in che­mi­schen Anwen­dun­gen ein­ge­setzt, bei­spiels­wei­se als Kata­ly­sa­tor oder Sorptionsmittel.

Bei höheren Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 800 °C und 1200 °C ent­steht soge­nann­ter kaus­tisch gebrann­tes Magne­si­um, das noch eine deut­li­che Reak­ti­vi­tät auf­weist und oft für Anwen­dun­gen in der Lebens­mit­tel­in­dus­trie oder Phar­ma­zie genutzt wird. Mit stei­gen­der Tem­pe­ra­tur nimmt die Dichte des Mate­ri­als zu, während die Poro­si­tät abnimmt. Das Mate­ri­al beginnt zu sintern, wodurch es mecha­nisch sta­bi­ler und weniger reaktiv wird.

Bei Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 1200 °C und 2000 °C bildet sich Sin­ter­ma­gne­sia, auch bekannt als “tot­ge­brann­te Magne­sia”. Diese Form hat große Pri­mär­kris­tal­le, eine geringe Reak­ti­vi­tät und eine hohe Dichte. Sin­ter­ma­gne­sia ist extrem hit­ze­be­stän­dig und was­ser­un­lös­lich, was sie ideal für feu­er­fes­te Anwen­dun­gen macht, bei­spiels­wei­se in der Stahl- oder Glasindustrie.

Nach dem Erhit­zen wird das Mate­ri­al kon­trol­liert abge­kühlt, um Pro­dukt­qua­li­tät zu sichern und Rehy­drie­rung zu ver­hin­dern. Das End­pro­dukt wird je nach Anwen­dung wei­ter­ver­ar­bei­tet: Es kann gemah­len, gesiebt oder gra­nu­liert werden, um den spe­zi­fi­schen Anfor­de­run­gen der jewei­li­gen Indus­trie gerecht zu werden.

Infografik über die Herstellung von Magnesia, auch bekannt als Magnesiumoxid

Anwendung von Magnesiumoxid in der Pharmaindustrie

Magne­si­um­oxid ist ein zen­tra­ler Wirk­stoff in der Medizin. Als Anta­zi­dum neu­tra­li­siert es über­schüs­si­ge Magen­säu­re und lindert Sod­bren­nen sowie Ver­dau­ungs­be­schwer­den. Gleich­zei­tig wirkt es als osmo­ti­sches Abführ­mit­tel, indem es Wasser im Darm bindet und so die Darm­ent­lee­rung fördert – eine Eigen­schaft, die bei Ver­stop­fung gezielt genutzt wird. In inno­va­ti­ven Dar­rei­chungs­for­men wie Brau­se­ta­blet­ten oder Gra­nu­la­ten kommt hoch lös­li­ches Magne­si­um­oxid zum Einsatz, das eine ver­bes­ser­te Bio­ver­füg­bar­keit bietet. For­schungs­schwer­punk­te liegen zudem auf bio­me­di­zi­ni­schen Anwen­dun­gen: So dienen Magne­si­um­oxid-Nano­par­ti­kel als Träger für geziel­te Wirk­stoff­frei­set­zung. Studien belegen auch ent­zün­dungs­hem­men­de Effekte durch die Neu­tra­li­sa­ti­on freier Radi­ka­le, was Per­spek­ti­ven für die Behand­lung chro­ni­scher Ent­zün­dungs­er­kran­kun­gen eröffnet.

Einsatz von Magnesia als Lebensmittelzusatzstoff

In der Lebens­mit­tel­tech­no­lo­gie fun­giert Magne­si­um­oxid (E530) als mul­ti­funk­tio­na­ler Zusatz­stoff. Es sta­bi­li­siert den pH-Wert in Milch­pro­duk­ten und Back­wa­ren, ver­hin­dert das Ver­klum­pen von Pulvern wie Mehl oder Gewür­zen und dient als Magne­si­um­quel­le zur Nähr­wert­an­rei­che­rung. Dank seiner Fähig­keit, Feuch­tig­keit zu binden, ver­län­gert es zudem die Halt­bar­keit von Tro­cken­pro­duk­ten. In Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln deckt es bis zu 30 % des täg­li­chen Magne­si­um­be­darfs pro Portion und unter­stützt so Muskel‑, Nerven- und Knochengesundheit.

Magnesiumoxid in Nahrungsergänzungsmitteln

Magne­si­um­oxid (MgO) ist eine häufig ver­wen­de­te Magne­si­um­quel­le in Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln. Es zeich­net sich durch einen hohen Magne­si­um­ge­halt von etwa 60 % aus und wird daher oft in Tablet­ten, Kapseln oder Pulvern zur Magne­si­um­ver­sor­gung ein­ge­setzt. Obwohl seine Bio­ver­füg­bar­keit gerin­ger ist als bei anderen Magne­si­um­ver­bin­dun­gen, wird es dennoch zur Unter­stüt­zung von Mus­kel­funk­tio­nen, Ner­ven­ak­ti­vi­tät und Ener­gie­stoff­wech­sel genutzt. 

Zudem findet es Anwen­dung in Mul­ti­vit­amin- und Mine­ral­stoff­prä­pa­ra­ten und wird oft mit Vitamin B6 kom­bi­niert, um die Auf­nah­me zu opti­mie­ren. Auf­grund seiner gerin­gen Was­ser­lös­lich­keit ist die Bio­ver­füg­bar­keit von nor­ma­lem Magne­si­um­oxid eher gering. Dennoch haben wir ein hoch lös­li­ches Magne­si­um­oxid im Pro­dukt­port­fo­lio, welches die Eigen­schaf­ten eines hohen Magne­si­um­ge­halts mit einer sehr guten Lös­lich­keit in Flüs­sig­kei­ten kom­bi­niert. Hier können Sie mehr erfah­ren!

Magnesiumoxid in technisch-industriellen Anwendungen

Magne­si­um­oxid ist ein Schlüs­sel­roh­stoff für Indus­trie­lö­sun­gen. Im Bau­we­sen werden feu­er­fes­te MgO-Platten in Hoch­öfen oder Glas­pro­duk­ti­ons­an­la­gen ein­ge­setzt, um Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Hit­ze­be­stän­dig­keit zu erhöhen. In der Umwelt­tech­nik neu­tra­li­siert es saure Abwäs­ser und bindet Schwer­me­tal­le wie Blei oder Arsen, was es zu einem effek­ti­ven Mittel in der Abwas­ser­auf­be­rei­tung macht. Aktu­el­le Pro­jek­te erfor­schen zudem MgO-haltige Zemente als CO₂-arme Alter­na­ti­ve zu her­kömm­li­chen Baumaterialien.

Fazit zu Magnesia als mineralischer Rohstoff

Magne­sia, oder besser bekannt als Magne­si­um­oxid, ist ein All­roun­der mit ein­zig­ar­ti­gem Eigen­schafts­pro­fil. Während es in der Indus­trie als feu­er­fes­ter Bau­stoff und Umwelt­ret­ter glänzt, opti­mie­ren nano­tech­no­lo­gi­sche Anwen­dun­gen mit Magne­si­um­oxid die Phar­ma­in­dus­trie. Trotz seiner ver­gleichs­wei­se gerin­gen Bio­ver­füg­bar­keit bleibt es auf­grund des hohen Magne­si­um­ge­halts und der Kos­ten­ef­fi­zi­enz unver­zicht­bar. Zukunfts­bran­chen wie smarte Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel werden die Rele­vanz von Magne­sia weiter steigern.

Magnesiumoxid

Ver­schie­dens­te Typen mit ver­schie­dens­ten Charakteristika

  • von Extra Light bis Heavy
  • ver­schie­de­ne Reinheiten
  • unter­schied­li­che Partikelgrößen
  • und weitere tech­no­lo­gi­sche Eigenschaften

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